Eine Reise der Genesung: Meine Leidenschaften überwinden Hindernisse


Wo war ich die letzten Monate?

Die letzten Monate waren eine Achterbahn der Gefühle für mich. Nach meinem Unfall wurde mir schnell klar, dass es kein gewöhnliches Ereignis war. Die sechs Wochen Ruhepause, auf die ich mich vorbereitet hatte, wurden zu einer schmerzhaften Zeit von fünf Monaten. Die Diagnose, mein Feingefühl verloren zu haben und möglicherweise nie wieder eine Kamera halten oder schreiben zu können, traf mich wie ein Schock und stürzte mich in tiefe Verzweiflung.

Der Verlust von allem, was ich liebte und für selbstverständlich hielt, riss mir den Boden unter den Füßen weg. Ich zog mich von meinen Freunden zurück und versank in einer ausgeprägten Depression, die sich schwer in Worte fassen ließ. Die belastenden Gedanken ließen mich nicht los, und ich fühlte mich vollkommen hilflos.

Trotzdem weigerte ich mich, mich anderen anzuvertrauen, aus Angst, dass sie sich um mich sorgten. Ironischerweise hätte gerade ihre Fürsorge meine Rettung sein können. Doch wie so oft versuchte ich mich selbst zu retten, ohne mich nach außen zu öffnen. Ich wusste nicht, ob ich je wieder Hoffnung schöpfen konnte, aber ich suchte nach einer Lösung, anstatt mich auf Heilung zu konzentrieren. Mein Kopf spielte mir Streiche und ließ mich glauben, ich könnte es allein schaffen und sollte andere Menschen nicht damit belasten. Es ging mir so schlecht, dass ich über das Schlimmste im Leben nachdachte und bis heute weiß es niemand. Niemand versteht, wie schlimm die Schmerzen sind und wie schwierig es ist, Dinge umzustoßen, weil ich kein richtiges Gefühl in meiner Hand habe, wenn ich nach einem Glas greife.

Eine besonders demütigende Situation ereignete sich bei meiner Oma, als ich nach einem Glas Wasser greifen wollte, aber meine Hand verkrampfte und ich das Glas umstieß, sodass alles heruntertropfte. Obwohl die Menschen um mich herum wissen, dass ich tollpatschig bin, schämte ich mich und starrte auf meine zitternde Hand, die keine Kontrolle mehr hatte. Danach zog ich mich zurück, aus Angst, ausgelacht zu werden.

Als die Hunde meines Nachbarn bei mir waren, konnte ich bei Mia die Leine nicht anlegen, weil ich die kleine Öse nicht traf. Also versuchte ich es zu verstecken und hoffte, Mia würde nicht wegrennen. Zum Glück ist das nicht passiert.

Fünf Monate später sind die Schmerzen immer noch da. Ich kann keine Kamera länger als fünf Minuten halten, ohne dass es schmerzt. Beim Schreiben bekomme ich nach zehn Minuten Krämpfe im Handgelenk. Dennoch gebe ich nicht auf, was ich liebe. Es ist ein ständiger Kampf, aber ich lasse nicht zu, dass meine Leidenschaft und meine Träume durch diese Herausforderungen zunichtegemacht werden. Ich lerne, mich anzupassen und nach alternativen Wegen zu suchen, um meine Liebe zur Fotografie und zum Schreiben weiter auszuleben. Es ist ein Prozess, aber ich bin entschlossen, meine Leidenschaft nicht aufzugeben und stetig Heilung und Freude zu finden.

Inzwischen habe ich verschiedene Möglichkeiten gefunden, um meine Hand zu entlasten, und ich teste sie alle aus. Eine davon ist, dass ich mir eine Gitarre besorgt habe, um mein Feingefühl wieder zu trainieren. Momentan kann ich gerade drei Akkorde spielen, danach verkrampft die Hand. Glücklicherweise kann ich auch mit links schreiben, und dadurch konnte ich an einigen Dingen arbeiten. Ein Buch wurde zu einem Ventil für all meine Gefühle.

Obwohl es für einige vielleicht nicht so schlimm erscheint, kämpfe ich immer noch mit meiner Genesung. In dieser herausfordernden Zeit hat mir dieser kleine Mann namens Raze geholfen. Er kam genau zur richtigen Zeit in mein Leben und hat mich gerettet. Viele sagen immer, dass ich ihn aus dem Tierheim gerettet habe, doch in Wahrheit hat er mein Leben gerettet. Raze hat mir in vielerlei Hinsicht Hoffnung und Unterstützung geschenkt, die ich dringend gebraucht habe. Er ist zu einem treuen Begleiter geworden, der mir in schweren Momenten Trost schenkt und mich daran erinnert, dass es immer eine Möglichkeit gibt, weiterzumachen. Mit ihm an meiner Seite spüre ich eine besondere Verbindung und eine Quelle der Stärke, die mir hilft, meine Leidenschaften zu verfolgen und den Glauben an meine Genesung nicht aufzugeben.

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